Lohnende Investition?!

Mit rund 10 Millionen Euro hat die Verwaltung die Einnahmen aus Bußgeldern im Vergleich zu 2022 mal eben verdoppelt. Auch der Ansatz für 2023 wurde um rund 2,5 Mio. Euro überschritten. Die Stadtkämmerin wird es freuen, trägt dies doch auch zur Stabilisierung des Haushaltes bei. Die Anschaffung eines semistationären Überwachungsgerätes für 150.000 Euro Ende 2022, die im Rahmen der Haushaltsberatungen mit durchgewunken wurde, hat sich somit „gelohnt“! Bereits Anfang 2023 hatte der Automobil-Club Münster im ADAC (ACM) darauf hingewiesen, dass zwar die Einnahmen erheblich gestiegen sind, jedoch auch die Unfallzahlen. Wie erklärt dies die Verwaltung? Erhöhte Überwachung und erhöhte Bußgelder führen also nicht zu einer Reduzierung der Unfälle. Rund 120 Meßstellen sind festgelegt, die besonders gefährdete Bereiche sein sollen. Unstreitig ist, dass Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Altenheime natürlich einen besonderen Schutz verdienen. An anderen Stellen, an denen früher 60 oder 70 km/h erlaubt waren, stellt sich allerdings die Frage, ob bereits kleinste Überschreitungen von weniger als 10 km/h geahndet werden müssen, außer es geht um Masse statt Klasse. Zu hohe Geschwindigkeit ist nach einem Gutachten des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft nur die fünfthäufigste Unfallursache. Hier gilt es, den vier häufigeren Ursachen den Kampf anzusagen und gegenzusteuern. Der ACM engagiert sich bereits seit Anbeginn 2007 in der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ (OP) mit dem Ziel, die Unfallzahlen um jährlich 10% zu senken. In den letzten Jahren ist allerdings trotz der massiv gestiegenen Überwachung das Gegenteil der Fall. So erhöhte sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 24,5 % im Vergleich zum Vorcoronajahr 2020. Insofern wäre der Ansatz über-prüfenswert und wir sind gespannt auf die Unfallzahlen 2023, die Ende Februar bekannt gegeben werden. Bedingt durch die Corona Pandemie konnte sich die OP in den letzten Jahren nicht so engagieren, wie es notwendig gewesen wäre, um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren. Auch wurden finanzielle Mittel trotz der Einnahmesteigerung für die Öffentlichkeitsarbeit durch die Verwaltung blockiert. Bleibt zu hoffen, dass nunmehr bei der nächsten Sitzung der OP am 22.2. entsprechende Maßnahmen diskutiert und beschlossen werden, um dem angestrebten Ziel der Senkung wieder näher zu kommen.

Bericht aus der MZ 21.02.2024

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