Grüne Welle nur für Radfahrer?

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Verwaltung auf Kritik der Grünen und Hinweise aus der Presse reagiert, wenn es um eine „Grüne Welle“ für Radfahrer geht, wie jüngst am Beispiel Herwarthstrasse berichtet wird. Ist einem Radfahrer aus Gründen seiner eigenen Verkehrssicherheit ein kurzes Warten nicht mehr zuzumuten?

Bei der „grünen Welle“ für Kraftfahrzeuge hapert es seit Jahren, obschon hier vermeidbar Lärm und Abgase produziert werden. Eine Verkehrswende einseitig zu Gunsten der Radfahrer ist weder machbar noch sinnvoll. Wir vom Automobil-Club Münster im ADAC plädieren für einen vernünftigen Mix aller Verkehrsarten, denn nur der bringt uns weiter. Sowohl auf wesentlichen Ausfahrtsstraßen wie dem Albersloher Weg oder den Ringen wie Steinfurter bis zur Weseler Straße oder Orleansring bis Niedersachsenring kann man von einer grünen Welle nur träumen, auch wenn die Verwaltung sich auf Untersuchungen und Definitionen beruft, bei denen ein gewisser Anteil an Grünphasen ausreicht, um es als grüne Welle zu deklarieren. Allein beim Albersloher Weg wurden für einen Versuch vor Jahren rund 7 Millionen Euro „versenkt“, bevor zum alten System zurückgekehrt wurde. Besonders in den versuchsweise mit Tempo 30 lärmge-schützten Innenstadtbereichen klappt es überhaupt nicht, obschon hier viele Bürgerinnen und Bürger davon betroffen sind. Bleibt abzuwarten, wie hier die Untersuchungsergebnisse ausfallen und ob dann diese Maßnahme eventuell zurückgenommen wird. Eine Entscheidung soll die Politik im Frühjahr nächsten Jahres fällen. Und bis dahin weiter Stop-and-Go, Lärm und Abgase? Das wäre nicht nur schade, sondern beschämend für die lebenswerteste Stadt!

5 Kommentare

  1. Alternativ könnte man das Auto auch einfach stehen lassen und mit dem Rad die grüne Welle nutzen.

  2. Eine Verkehrswende, die nicht zu Lasten der KfZ geht, ist keine Verkehrswende.

  3. Genau richtig, nur so geht es!
    „Wir vom Automobil-Club Münster im ADAC plädieren für einen vernünftigen Mix aller Verkehrsarten, denn nur der bringt uns weiter.“
    Und weil in den letzten siebzig Jahren ausschließlich etwas für den motorisierten Individualverkehr getan wurde und der Rad- und Fußverkehr auf minimalste, schlechte Verkehrsflächen abgedrängt wurden, ist es dringend an der Zeit, den MIV massiv einzuschränken.

    Ich finde gut, dass der Automobil-Club Münster im ADAC das erkannt hat! Weiter so, dann wird es was mit der Verkehrswende!

  4. Liebe Leser,

    es würde den Rahmen dieses Mediums sprengen, detailliert auf die Kommentare einzugehen. Eine intensivere Nutzung des Fahrrades, sofern möglich, bringt Entlastung für den Kfz.-Verkehr und ist daher wünschenswert.
    Verkehrswende zu Gunsten des Radverkehrs hat in Münster schon seit mehr als 30 Jahren stattgefunden. Jedoch sind sie Räume nicht erweiterbar, so dass nur ein vernünftiger Mix mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Toleranz aller Verkehrsteilnehmer uns weiter bringt.

    • Ich kenne Münster und bin dort schon Rad gefahren. Von einer Verkehrswende ist dort nichts zu sehen – seit Jahrzehnten nicht. Und „Rücksichtnahme und Toleranz“ muss dann tatsächlich gezeigt werden: seitens des motorisierten Individualverkehrs, dessen Verkehrsflächen deutlich eingeschränkt werden müssen. Auch und gerade in Münster. Die dort dem Radverkehr zur Verfügung stehende Infrastrukturfläche entspricht in keinster Weise dem Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr. Wenn sich hier hinsichtlich einer Wende etwas tun und ein vernünftiger Mix entstehen soll, muss die – wie richtig gesagt wird – beschränkt zur Verfügung stehende Fläche neu verteilt werden. Bisher ist sie fast ausschließlich dem KFZ-Verkehr zugeordnet. Wie in jeder anderen deutschen Stadt auch. Leider fordert der ADAC Rücksicht nicht von seinen Mitgliedern, sondern eher von denen des ADFC.

      Und aus letzterem Grund ist der ADAC auch leider ein Verhinderer einer Verkehrswende.

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